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Barbara Rellstab | Rella’s Spielhaus

  • November 27th 2013, 12pm
  • by Julia John
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Barbara Rellstab wuchs in Zürich auf, wo sie die Schauspielakademie besuchte. Nach New York zog sie vor bald siebzehn Jahren. Auf einer Reise mit Freunden hatte sie ihre ersten Erfahrungen mit der Stadt gesammelt – zunächst war sie nicht wirklich von dem Trubel und den Menschenmengen überzeugt, zudem kam sie auch noch zur falschen Jahreszeit an:  „Ich habe es gehasst, weil’s so heiß war!” Trotzdem war sie fasziniert und wusste, dass sie eines Tages an den Hudson zurückkehren würde.

Im Mai 1997 war es dann endlich soweit. Ihr erstes Apartment, in Little Italy, teilte sie mit einer Tänzerin und lernte gleich die harte Realität kennen, als darstellende Künstlerin in New York zu leben: „Es war grauenhaft, ich habe nur geputzt!” In den nächsten Jahren lebte Barbara in verschiedenen Bezirken von Manhattan und Brooklyn, bis sie sich in Harlem niederließ, wo sie auch heute noch wohnt.

Barbara Rellstab New York CityKinder Blog CityPortraits

Barbara kam ursprünglich mit einem Touristenvisum ins Land und musste bald Wege finden, legal Geld zu verdienen. Sie hatte Glück und fand eine Teilzeitstelle im Schweizer Konsulat, durch die sie ein Diplomatenvisum ausgestellt bekam, womit sie arbeiten und reisen konnte. Gleichzeitig  knüpfte sie eifrig Kontakte in der New Yorker Theaterwelt. Sie spielte für Fringe, eine Theatergesellschaft auf der Lower East Side, lernte Diane Davis kennen, und bekam die Hauptrolle in der Donkey Show angeboten, als die Originalbesetzung des Stücks nach London eingeladen wurde. Die Komödie arbeitete viel mit Improvisation und Körpereinsatz, und Barbara erinnert sich mit einem Schmunzeln auf den Lippen, dass sie ihr Glück gar nicht fassen konnte: „Ich weiß nicht, warum die mich genommen hatten. Ich konnte kaum Englisch zu dem Zeitpunkt.“ Tagsüber arbeitete sie beim Konsulat, und abends stand sie auf der Bühne. „Ich bin oft am nächsten Tag noch mit Glitzer am Körper ins Büro gekommen,” sagt sie mit einem verschmitzten Lächeln.

Für die freiheitsliebende Schauspielerin war der Büroalltag gewöhnungsbedürftig, aber bald brachte ihre schnelle Lernfähigkeit ihr eine Vollzeitposition ein. Im Lauf der Zeit hatte sie immer einen „day job“, aber wie so viele andere New Yorker auch, fand Barbara sich in einem finanziellen Engpass wieder, nachdem die Wirtschaft durch die Vorfälle am 11. September eingebrochen war und sie ihre damalige Beschäftigung bei Bugati International verloren hatte.

Aber Barbara ließ sich nicht verunsichern. Während ihrer Ausbildung am Theater hatte sie sich mit Gyrotonic beschäftigt, einer sehr populären und auf Yoga basierenden Form der Rehabilitation und Muskelentspannung. Sie machte eine Ausbildung und arbeitete für die nächsten zwei Jahre als Gyrotonic-Trainerin. Danach belegte sie Maklerkurse und verdiente ihren Lebensunterhalt für die nächsten sieben Jahre als Immobilienmaklerin. Als sie feststellte, dass sie schwanger war, kaufte sie eine Wohnung in East Harlem. Sie wusste, dass sie so viel Zeit wie möglich mit ihrem Sohn Oliver verbringen und ihm ihre Muttersprache nahebringen wollte. Deshalb organisierte Barbara eine deutschsprachige Mutter-Kind Gruppe. Anfangs war es ihr sehr wichtig, mit Oliver sowohl Deutsch als auch Schweizerdeutsch zu sprechen, aber seit der Eröffnung von Barbaras Kindertagesstätte Rellas Spielhaus, in der ausschließlich Deutsch gesprochen wird, ist das Schweizerdeutsch etwas in den Hintergrund gerückt.

Und dann lernte Barbara Gabi Hegan und ihre Tochter Lily kennen. Die beiden Frauen entschieden, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten, dessen Zielgruppe zweisprachige Kinder aus deutsch-und englischsprachigen Familien in New York sein würden. Gabi brachte ihre organisatorischen und Barbara ihre künstlerischen Erfahrungen mit ein, und CityKinder sowie die Musik- und  Sprachklassen Lieder und Geschichten nahmen ihren Anfang.

Snapshot Barbara Rellstab at the CityKinder Event Summer Picnic 2013

„Zuerst gab es zwei wöchentliche Sommer-Picknicks im Central Park, mit dem vier Monate alten Oliver im Schlepptau. Dann begann ich, in der Marcus Garvey Library für $5 zu unterrichten. Gabi brachte die damals achtzehnmonatige Lily mit in den Central Park und wir fingen an, die Klassen grösser aufzuziehen.” Heute werden „Lieder und Geschichten“ nicht nur für die ganz Kleinen, sondern auch für Drei-bis Fünfjährige und Sechs-bis Neunjährige auf der Upper West Side und in Midtown West angeboten. Die Arbeit mit Kindern empfindet Barbara als sehr erfüllend. Sie sagt, dass Kinder im Vorschulalter ein ganz besonderes Glück in ihr auslösen und sie hofft, in Zukunft noch mehr Klassen anbieten zu können.

Barbara ist eine aufgeschlossene und neugierige Frau, und mit Fug und Recht stolz darauf, was sie sich hier in New York aus eigener Kraft aufgebaut hat. „Mir geht’s am besten wenn ich Ideen habe und die auch realisieren kann.” In ihrer Schweizer Heimat hindere eine gläserne Decke die Frauen viel zu oft daran, selbstständig etwas aufzubauen. „Ich fühle mich hier viel wohler als zu Hause. Ich habe den Drang etwas selber aufzubauen,” erklärt sie mit und weist darauf hin, dass die Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern in Europa viel ausgeprägter sei als in den USA. „Hier kann ich machen, was ich will, weißt du? I call the shots!”

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