Welcome to our Blog

CityPortraits Blog

Curious who else is living in NYC? We are, too! We feature moms and dads from all walks of life with interesting stories, businesses, and family constellations. See who’s in town, what they love about NYC, and why they stay.

Barbara Rellstab – Gründerin und Leiterin von Rella’s Spielhaus

In der Schweiz und Deutschland hatte Barbara Rellstab bereits eine klassische Gesangsausbildung absolviert und als Schauspielerin viele Erfolge gefeiert. Nach New York kam sie, weil sie sich weiter im Bereich Musical-Gesang ausbilden wollte und davon träumte, einmal auf einer Broadway-Bühne zu stehen. Ihr Traum ging in Erfüllung: Nachdem sie eine Zeit lang die internationale Abteilung des „New York International Fringe Festivals“ geleitet hatte, bekam sie das Angebot für eine Hauptrolle in dem Broadway-Stück „Donkey Show“.

Barbara war begeistert von der Atmosphäre am Broadway und liebte es, auf der Bühne zu stehen – ihren Lebensunterhalt konnte sie mit ihrem Engagement allerdings nicht bestreiten. Tagsüber arbeitete sie deshalb als Assistentin der Kulturattachée im Schweizer Generalkonsulat in New York, abends stand sie auf der Bühne. „Ich bin oft am nächsten Tag noch mit Glitzer in den Haaren ins Büro gekommen“, erinnert sich Barbara heute lachend zurück.

 

9/11 und die Folgen

Zum Job beim Generalkonsulat kam bald noch eine „Karriere“ hinzu: Für den Luxusauto-Hersteller Bugatti International reiste sie als Produzentin um die ganze Welt, organisierte Events und stellte die neusten Modelle vor. Trotz der anspruchsvollen Tätigkeit fand sie auch weiterhin Zeit, ihrer Passion, der Arbeit als Musical-Darstellerin, nachzugehen. Alles schien perfekt – bis zum 11. September. In dessen Folge strauchelte Bugatti wie so viele andere große Unternehmen auch. Zahlreiche Entlassungen waren die Folge, darunter auch diejenige Barbaras.

 

Von der Fitness-Trainerin zur Immobilienmaklerin

Die gebürtige Schweizerin musste ihr Leben neu ordnen und entschied sich schließlich dafür, eine Ausbildung zur Gyrotonic-Trainerin zu machen. Zwei Jahre arbeitete sie in diesem Beruf, der ihr viele Kontakte brachte. Wie im Bilderbuch über den amerikanischen Traum, lud eine Kundin sie ein, bei der Firma ihres Mannes mitzuarbeiten – und Barbara begann ihre sieben-jährige Karriere als erfolgreiche Luxusimmobilienmaklerin in Manhattan. Als sie feststellte, dass sie schwanger war, kaufte sie sich schließlich selbst eine Wohnung in Harlem.

Schon bei der ersten Besichtigung der neuen Wohnung hatte sie eine leise Vorahnung, dass die Immobilie für sie bestimmt war und einen großen Einfluss auf ihr Leben haben würde: „Für den Bruchteil einer Sekunde sah ich vor meinem inneren Auge unzählige Kinder in den Zimmern spielen“, erzählt Barbara. Damals dachte sie noch, dass es sich um ihre eigenen Kinder handeln würde. Erst im Nachhinein sei ihr klar geworden, dass es sich dabei um eine Vorausdeutung auf ihre heutige Daycare/Preschool Rella’s Spielhaus handelte.

 

Viel Zeit für ihren Sohn

Bis Rella’s Spielhaus Realität wurde, war es jedoch noch ein weiter Weg – der für Barbara mit einem Tiefschlag begann: Die Beziehung zu ihrem damaligen Lebensgefährten ging in die Brüche. Fortan war sie alleinerziehende Mutter und musste – wieder einmal – ein neues Lebenskonzept entwerfen. Wichtig waren ihr dabei vor allem zwei Dinge: Sie wollte selbstständig arbeiten und frei neue Ideen entwickeln und umsetzen können und sie wollte möglichst viel Zeit mit ihrem Sohn verbringen. Zudem war es Barbara wichtig, ihre Leidenschaft für Rhythmus, Musik und Sprache in ihre Arbeit einfließen lassen zu können.

So entstand zunächst die Idee zu einem deutschsprachigen Mutter-Kind-Kurs, in der deutsche Kinderlieder gesungen und Musikspiele gespielt wurden. Als Barbara schließlich Gabi Hegan kennenlernte, die zur gleichen Zeit CityKinder aufbaute, kam die Idee zu den Musik- und Sprachklassen „Lieder und Geschichten“ hinzu.

 

Der spielerische Umgang mit Rhythmus und Sprache steht im Zentrum

Seither hat sich viel getan. Inzwischen besteht Barbaras Unternehmen aus drei Standbeinen: Neben Rella’s Kinderklassen, die aus den Mutter-Kind-Kursen und den Kinderklassen für drei- bis fünf-Jährige sowie sechs- bis acht-Jährige bestehen, sind dies die Daycare Rella’s Spielhaus für Kinder bis zu fünf Jahren sowie Sommer-Camps, für Kinder bis neun Jahre, die im Juli und August angeboten werden.

Wichtig ist Barbara bei allen Formaten der spielerische Umgang mit der deutschen Sprache. „Bei uns wird Deutsch nicht im eigentlichen Sinne unterrichtet, sondern eher nebenbei gelernt“, so Barbara. „Wir malen und basteln zusammen, lesen und singen Lieder und lernen Choreographien dazu. Wir machen einfach Sachen, die den Kindern Spaß machen, und sprechen dabei Deutsch“, erläutert Barbara ihr Konzept. Dass dieses Konzept aufgeht, beweisen die erstaunlichen Fortschritte ihrer Schüler sowie der große Zulauf. Zwar werde es bei den älteren Kindern ein wenig schulischer. Doch auch hier stehe immer der spielerische Aspekt im Zentrum, das Theatrale und Musikalische: „Selbst eigentlich trockene Themen wie die Konjugation von Verben verpacken wir in Rhythmen, die den Kindern Spaß machen und die sie sich einfacher merken können.“

 

Ein großartiges Team und vertrauensvolle Familien

Heute blickt Barbara mit Dankbarkeit und Stolz auf ihren Werdegang. Gleichzeitig ist sie sich bewusst, dass sie es alleine nie so weit gebracht hätte: „Ich habe ein großartiges Team, ohne dessen Engagement und Kreativität ich heute nicht da sein würde, wo ich bin. Gleiches gilt selbstverständlich auch für die zahlreichen Familien, die unser Angebot annehmen und uns ihre Kinder anvertrauen. Dafür bin ich immer wieder aufs Neue unendlich dankbar!“

Auf die Frage hin, ob es für sie in New York leichter gewesen sei, ihren Weg zu gehen, als in der Schweiz oder Deutschland, antwortet Barbara zunächst zögerlich: „Grundsätzlich glaube ich, dass man auch in Deutschland oder der Schweiz erfolgreich sein kann, wenn man ambitioniert ist und hart dafür arbeitet. Allerdings habe ich so viele unterschiedliche Dinge in meinem Leben gemacht – dieser Wechsel der Branchen und Professionen wäre in Europa sicherlich schwieriger gewesen.“

Eines ist Barbara mit Blick auf ihren eklektischen Werdegang jedoch äußerst wichtig zu betonen: „Zwar habe ich einige Male komplett neue Dinge ausprobiert und mich gänzlich neu erfunden. Alles, was ich gemacht habe, habe ich aber stets auf einem hohen Niveau gemacht. Halbe Sachen gibt es bei mir nicht.“ Barbaras nächstes Projekt ist übrigens schon in Planung: Es sieht so aus, als würde der Eröffnung einer Filiale von Rella’s Spielhaus auf der Upper West Side nicht mehr viel im Wege stehen…

0 Comments

Leave us a comment!

array(0) { }
top