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Kathrin Nagle | Schulleiterin und -gründerin der GSB

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Die gebürtige Münchnerin Kathrin Nagle lebt seit 2007 in New York. Eigentlich wollte sie nur einige Monate bleiben, um ein Praktikum zu absolvieren. Doch dann wurde ihr ein Job angeboten und sie ist geblieben. Inzwischen ist Kathrin mit einem Amerikaner verheiratet und hat einen Sohn, der 2010 in New York auf die Welt kam.

Kathrin hat in Deutschland Jura studiert und in New York zunächst bei den Vereinten Nationen und im Deutschen Konsulat gearbeitet. Ihre Berufung hat sie 2014 gefunden – als sie eine deutsche Schule in New York gründete. Wie es dazu kam, was ihre Schule auszeichnet und worauf es bei der zweisprachigen Erziehung ankommt – darüber haben wir mit Kathrin gesprochen.

Mehr über die German School Brooklyn könnt ihr auf der offiziellen Seite der Schule erfahren: http://germanschoolbrooklyn.org/

Liebe Kathrin, du hast Jura studiert und hast in New York unter anderem bei der ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen und im Deutschen Konsulat gearbeitet. Warum hast du dich schließlich dazu entschieden, eine eigene Schule zu gründen?

Die Idee zu der Schule ist gereift, als ich meinen Sohn bekam. Für mich war es sehr wichtig, ihn bilingual zu erziehen. Eine deutsche Schule gab es in New York City aber nicht, deshalb habe ich eine Elterninitiative gestartet. Ausschlaggebend für die konkrete Umsetzung war aber letztlich die Begegnung mit Muriel Plag im Februar 2014. Muriel ist eine einzigartige Pädagogin, die bereits mehrere Schulen im Ausland gegründet und aufgebaut hat. Sie war begeistert von der Idee einer deutschen Schule in New York City. Als wir dann die Möglichkeit bekamen, Räume im Union Temple zu mieten, in direkter Nachbarschaft zu Prospect Park, Botanic Garden und Brooklyn Museum, stand der Schulgründung nichts mehr im Wege.

Wir haben die Schule nach sechs Monaten Vorbereitungszeit im September 2014 eröffnet. Muriel hat die pädagogische Leitung übernommen und ich die Geschäftsführung.

Welche Jahrgangsstufen unterrichtet ihr derzeit?

Wir haben aktuell die Klassenstufen K-4, also vom Kindergarten bis zur vierten Klasse. Jedes Jahr wachsen wir um eine weitere Stufe bis zum Hochschulabschluss. Unser Ziel ist es, mit dem gemischtsprachigen International Baccalaureate (englisch/deutsch) abzuschließen.

Was zeichnet die German School Brooklyn (GSB) aus?

Die GSB zeichnet sich auf den ersten Blick durch all die glücklichen Kinder aus, die unheimlich gerne zur Schule kommen, mit Freude lernen, sich in ihrem Umfeld wohl fühlen und hervorragende Leistungen erbringen. Das gute Schulklima ist enorm wichtig: nicht nur für den Lernerfolg, sondern auch für die positive Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit. Ein weiteres Plus der GSB: Wir haben eine sehr engagierte Elternschaft, die erheblich zur harmonischen Atmosphäre an unserer Schule beiträgt. Neben dem harmonischen Miteinander ist auch die Unterrichtsqualität ein wichtiges Merkmal der GSB. Wir setzen vor allem auf individuelle Förderung, Methodenvielfalt und ein verständnisorientiertes Lernen. So wollen wir die Freude am Lernen und die Eigenmotivation fördern. Zudem sind wir sehr darauf bedacht, uns als Schule stetig weiterzuentwickeln und uns den gegebenen Bedürfnissen anzupassen. Dazu gehören das Hinterfragen von Zusammenarbeit und organisatorischen Angelegenheiten sowie das Evaluieren des Unterrichts. Gerade als wachsende Schule sind das entscheidende Erfolgsfaktoren.

Welche Schwerpunkte setzt ihr und welche Philosophie steckt hinter eurer Schule?

Ein Fokus liegt ganz klar auf der interkulturellen Kompetenz. Die große Vielfalt verschiedener Kulturkreise, die man in Brooklyn findet, spiegelt sich in der GSB wieder: Hier finden Kinder mit den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen auf dem Boden der deutschen Sprache und Kultur zusammen. Zu den Schwerpunkten unserer Philosophie gehört es deshalb, nicht nur miteinander, sondern voneinander zu lernen, tolerant zu sein und respektvoll mit den Mitmenschen umzugehen.

Gibt es Unterschiede hinsichtlich amerikanischer und deutscher Unterrichtsmodelle? Und wenn ja: Wie tragt ihr dem Rechnung?

Mit Blick auf die Vermittlung von Lerninhalten gibt es definitiv Unterschiede. Bei der GSB haben wir uns deshalb für eine Kombination aus typisch amerikanischen und typisch deutschen Unterrichtsmodellen entschieden. Von den Amerikanern haben wir übernommen, dass viel mit Präsentationen gearbeitet wird. Auf diese Weise lernen unsere Schüler von klein auf, frei zu sprechen und Inhalte vor einer Gruppe zu präsentieren. Vom deutschen Schulsystem haben wir die Gründlichkeit und Tiefe übernommen mit der die akademischen Inhalte bearbeitet werden.

Nach welchen Kriterien wählt ihr die Lehrer aus, die an der GSB unterrichten?

Die Auswahlkriterien bemessen sich zunächst an der Ausbildung der Lehrer.

Lehrer, die das deutsche Curriculum unterrichten, sollten in Deutschland, der Schweiz oder Österreich ausgebildet sein und entsprechende Unterrichtserfahrung mitbringen. Lehrer für das amerikanische Curriculum haben ihren Abschluss in den USA gemacht und vorher an öffentlichen oder privaten Schulen unterrichtet. Darüber hinaus ist natürlich auch die Persönlichkeit ausschlaggebend. Besonders achten wir auf eine positive Ausstrahlung und einen gefestigten Charakter. Weiterhin müssen unsere Lehrer ein hohes Maß an Engagement mitbringen, motiviert sein und gut in unser Team passen. Teamarbeit ist bei uns sehr wichtig.

Dein Mann ist Amerikaner. Gemeinsam habt ihr einen sechsjährigen Sohn, der in New York geboren ist. Sprecht ihr Zuhause deutsch oder englisch mit ihm? Und worauf achtest du besonders, um die Sprachentwicklung deines Sohnes zu fördern?

Mein Mann und ich haben von Anfang an in der jeweiligen Muttersprache mit unserem Sohn gesprochen. Außerdem war mir wichtig, dass mein Sohn sich auch viel mit anderen deutschsprachigen Kindern austauscht. Eltern, die ihr Kind zweisprachig erziehen, kann ich die bilinguale Ausbildung an der GSB nur ans Herz legen. Deutsch und Englisch sind hier gleichermaßen Unterrichtssprachen. Ich bin der festen Überzeugung, dass das die beste Förderung ist, die ich meinem Sohn bieten kann – und Gleiches gilt natürlich auch für andere Kinder.

Hast du einen Lieblingsort in New York?

Sogar zwei: mein zu Hause und die GSB.

Wie verbringst du deine Freizeit?

Ich versuche, sehr viel Zeit in der Natur zu verbringen, am liebsten am Meer.

Gibt es etwas, das du an deiner Heimat besonders vermisst?

Meine Familie und Freunde natürlich, und meine Heimatstadt München.

 

Liebe Kathrin, vielen Dank für das Interview!

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