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Marion Miner – Immobilienmaklerin

Marion Miner kennt sich aus mit der Wohnungssuche. Nicht nur, weil sie selbst schon unzählige Male in ihrem Leben umgezogen ist, sondern vor allem, weil sie als Immobilienmaklerin arbeitet. Ihre Maklerprüfung hat die gebürtige Münchnerin in Kalifornien absolviert, wo sie viele Jahre lang gelebt hat. Vor vier Jahren ist sie schließlich nach New York gezogen. Seither arbeitet sie für Stribling & Associates und hilft internationalen Kunden bei der Suche nach der passenden Immobilie.

Liebe Marion, war es immer schon dein Traum, als Maklerin zu arbeiten?

Nein, gar nicht. Ursprünglich habe ich in München Politologie, Amerikanistik und Italienisch studiert. Anschließend bin ich auf die Sprachen- und Dolmetscherschule gegangen, um als Übersetzerin und Dolmetscherin für Englisch und Italienisch zu arbeiten. Später habe ich dann außerdem Business-Englisch unterrichtet und – nach dem Umzug nach Kalifornien – an der deutschen Schule gearbeitet. Erst nach vielen Jahren in den USA kam ich durch einen guten Bekannten auf die Idee, die Makler-Prüfung zu absolvieren. Inzwischen könnte ich mir allerdings keinen anderen Beruf mehr für mich vorstellen. Ich gehe vollkommen darin auf.

Was gefällt dir an deinem Beruf besonders?

Besonders gefällt mir daran, dass ich mit Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zusammenarbeiten kann. Natürlich sind viele meiner Kunden Amerikaner, aber daneben betreue ich auch ganz viele Expats aus Europa, insbesondere aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien. Ich finde es großartig, die verschiedenen Sprachen, die ich gelernt habe, anwenden zu können. Außerdem liebe ich es, meine Klienten auch über die Wohnungssuche hinaus unterstützen zu können. Da ich selbst als Europäerin nach Amerika gekommen bin und unzählige Male in meinem Leben umgezogen bin, kann ich nachempfinden wie sich meine internationalen Kunden fühlen und ihnen Tipps geben, um ihnen das Einleben in New York und Amerika zu erleichtern.

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Nationalitäten hinsichtlich ihrer Immobilienwahl?

Das kann man natürlich nicht verallgemeinern. Aber grundsätzlich ist es schon so, dass Amerikaner ihre Wohnung stärker als Statussymbol sehen und häufiger umziehen. Wenn sie befördert werden und deutlich mehr verdienen als zuvor, muss sich das eben auch in einer größeren, besser ausgestatteten Wohnung widerspiegeln. Deutschen ist das meist weniger wichtig. Wenn sie mit ihrer Familie nach New York kommen, ist für sie vor allem die Schule entscheidend. Deshalb ziehen viele Deutsche nach Brooklyn in die Nähe der German School Brooklyn (kurz GSB). Schweizer, aber auch Italiener, sehen eine Immobilie in New York wiederum häufig als gutes Investitionsobjekt. Zu Recht: New York hat einen sehr stabilen Markt; sogar in der großen Krise 2008 sind die Preise hier nie drastisch gefallen. Und seither sind die Preise enorm gestiegen.

Welche Viertel kannst du für deutsche Expats empfehlen, die frisch nach New York kommen?

Viele deutsche Familien ziehen wie gesagt gerne nach Brooklyn in die Nähe der GSB, insbesondere nach Park Slope. Wer mit Kindern in Manhattan wohnen möchte, dem empfehle ich gerne die Upper Westside, da die Gegend sehr kinderfreundlich ist. Ansonsten bietet sich auch West Harlem an, weil man dort mehr Wohnraum für sein Geld bekommt.

Wer in einem typischen High-Rise Building mit Door Man, Club Room, Pool und Fitnessraum wohnen möchte, sollte sich in Midtown West umschauen. Auch Diplomaten haben hier gute Chancen. Das ist keine Selbstverständlichkeit; grundsätzlich kann es für Diplomaten in New York nämlich schwierig sein, eine Wohnung zu finden, da bestimmte Klauseln in ihrem Vertrag stehen müssen. Nicht alle Vermieter machen da mit.

Seit vier Jahren lebst du in New York. Davor hast du viele Jahre in unterschiedlichen Ecken in Kalifornien gelebt. Was gefällt dir besser: die Ostküste oder die Westküste?

Ich habe das Leben in Kalifornien sehr genossen, insbesondere in Südkalifornien. Als wir dort gelebt haben, waren unsere Töchter Teenager. Das war schon wirklich eine tolle Zeit: Wir hatten einen großen Garten mit Pool und Jacuzzi, der Strand war nicht weit entfernt und das ganze Jahr über hatten wir großartiges Wetter. Für Familien mit Kindern gibt es nichts schöneres.

In New York aber habe ich ganz klar meine Stadt gefunden. Hier habe ich das Gefühl, wirklich angekommen zu sein. Die Stadt ist so international und in vielerlei Hinsicht sehr europäisch. Auch die Architektur beeindruckt mich immer wieder aufs Neue. Die Gebäude haben einfach so viel Stil und Eleganz. Und natürlich hat die Stadt auch kulturell einfach unglaublich viel zu bieten. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. New York ist meine Stadt, gar keine Frage.

Was magst du an Amerika und den Amerikanern besonders?

Ich liebe die gute Laune der Amerikaner und ihre Offenheit, auch für Möglichkeiten. Außerdem sind die Amerikaner sehr vergebend: Wenn es in deinem Leben einmal nicht so gut gelaufen ist, wenn du etwa deinen Job verloren hast oder pleite warst, dann wird dir das nicht vorgehalten. Die Amerikaner glauben immer daran, dass du dich wieder aufrappeln und es im Zweifelsfall auch nach ganz oben schaffen kannst. Diese Einstellung, der Blick nach Vorne und auf das Positive, das finde ich sehr bewundernswert.

Könntest du dir vorstellen, wieder nach Deutschland zurückzugehen?

Ich bin immer noch recht häufig in Deutschland, etwa zu Familienfesten oder um Freunde zu besuchen. Und es gibt auch einiges, was ich an Deutschland, insbesondere an Bayern vermisse: die Gemütlichkeit, das gute Essen, die Geranien auf den Balkonen und die Almen. Aber leben könnte ich dort glaube ich nicht mehr. In New York freue ich mich immer, wenn ich Deutsche treffe, deshalb habe ich auch einen deutschen Stammtisch gegründet. Aber in Deutschland sind mir dann doch zu viele Deutsche. Außerdem ist mir München – und jede andere deutsche Stadt – inzwischen zu klein. Da bin ich jetzt einfach zu verwöhnt von New York.

Dein Mann ist Amerikaner, gemeinsam habt ihr zwei erwachsene Töchter, die den Großteil ihres Lebens in den USA gelebt haben. Wie wichtig war es dir, deutsche Traditionen zu pflegen und ihnen die deutsche Sprache beizubringen?

Ich habe immer versucht, viel Deutsch mit meinen Töchtern zu sprechen. Außerdem habe ich ihnen deutsche Kinderlieder beigebracht und deutsche Bücher vorgelesen und bei Festen und Feiertagen habe ich stets Wert daraufgelegt, dass sie auch die deutschen Bräuche kennenlernen. Und natürlich haben wir auch regelmäßig die Großeltern in München besucht. Meine ältere Tochter ist außerdem mehrere Jahre in Deutschland zur Schule gegangen und die jüngere hat zunächst an der NYU studiert und dann in München an der LMU ihren Bachelor absolviert. Dadurch sprechen beide fließend Deutsch.

Wie verbringst du deine freie Zeit in New York – und hast du einen Geheimtipp für Zugezogene?

Ich habe einen Hund, mit dem ich gerne am Hudson spazieren gehe. Außerdem fahre ich viel Fahrrad. Ansonsten genieße ich vor allem das kulturelle Angebot: Ich liebe es, in die Oper zu gehen oder ins Ballett, am Wochenende gehe ich gerne ins Museum. Und was den Geheimtipp betrifft: Donnerstag abends haben immer sehr viele Galerien in Chelsea geöffnet. Man kann dann von Galerie zu Galerie schlendern und dort einen Wein oder ein Bier trinken und Häppchen essen. Vor allem im Frühjahr und im Sommer ist da einfach eine ganz wunderbare Atmosphäre.

Und zu guter Letzt: Hast du für dieses Jahr besondere Pläne?

Ich möchte noch mehr Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie verbringen. Mein Mann und ich kochen gerne und wir haben immer viele Gäste bei uns. Das gemütliche Beisammensitzen im Kerzenschein, die guten Gespräche, Musik und Tanzen nach dem Essen – das lässt mein Herz höherschlagen und macht mich glücklich. Außerdem liebe ich das Reisen. Dieses Jahr möchte ich gerne meine Freunde in Prag besuchen, wo wir vier Jahre gelebt haben, bevor es nach New York ging. Außerdem möchte ich nach Italien, um die Sprache wieder aufzufrischen. Nach Irland würde ich auch gerne einmal, dort war ich noch nie. Und schließlich möchte ich gerne einmal quer durch die USA reisen und vor allem die Südstaaten besser kennenlernen. Amerika ist so wundervoll, aber bislang kenne ich leider erst zehn Staaten. Das möchte ich dieses Jahr ändern.

Liebe Marion, wir wünschen dir viel Spaß bei deinen Reisen und bedanken uns für das Gespräch!

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