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Rosita Fugarino – Lehrerin an der German International School New York

Die gebürtige Schweizerin Rosita Fugarino unterrichtet seit 22 Jahren als Grundschullehrerin an der German International School New York (GISNY) in White Plains. Ihre Lehrer-Ausbildung hat sie in Zürich absolviert, wo sie auch einige Jahre als Lehrerin tätig war, bevor es sie ins Ausland zog. Im Interview mit CityKinder berichtet Rosita, was ihr an der GISNY so gut gefällt, warum die Schule insbesondere auch für Schweizer Kinder geeignet ist und was ihr bei der Erziehung und Ausbildung der eigenen Kinder besonders wichtig war.

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Liebe Rosita, erzähl doch mal: Was hat dich nach New York verschlagen?

Ich habe schon immer davon geträumt, für einige Zeit als Lehrerin im Ausland tätig zu sein. Deshalb habe ich mich von Zürich aus an verschiedenen Schulen beworben – und mich schließlich für die German International School New York entschieden. Ursprünglich wollte ich nur eins, zwei Jahre bleiben. Doch dann hat es mir so gut gefallen, dass ich hier geblieben bin – mittlerweile seit 22 Jahren.

Welche Klassen unterrichtest du?

Als Grundschullehrerin unterrichte ich die Klassenstufen eins bis vier. Momentan habe ich eine zweite Klasse, in der ich Deutsch, Mathe, Kunst, Religion und Erdkunde unterrichte. Englischunterricht haben die Kinder natürlich ebenfalls, aber der wird von lokalen Muttersprachlern durchgeführt. Neben den Grundschulkindern unterrichte ich außerdem Religion in den Klassen fünf und sechs.

Neben dem regulären Unterricht leitest du auch die Schweizer AG. Kannst du uns ein bisschen was dazu erzählen?

Die Schweizer AG findet wöchentlich statt und richtet sich an die Klassen eins bis fünf. Dort bringe ich den Kindern etwas über die Geografie und die Geschichte der Schweiz bei. Das Ganze geschieht in Schweizer Dialekt. Mit den älteren Kindern in den Jahrgangsstufen sechs bis zwölf mache ich außerdem zwei Mal im Jahr Ausflüge mit schweizerischem Thema. Da haben wir zum Beispiel eine Schweizer Designerin in Brooklyn besucht oder das Schweizer Konsulat in New York. Ein anderes Mal waren wir am JFK Airport, wo wir zu einer Führung bei der Swiss Airline eingeladen waren. Sowohl die Ausflüge als auch die AG sind kostenlos und können von allen Schülern besucht werden, wobei natürlich vor allem die Schweizer angesprochen werden sollen.

Was zeichnet die GISNY im Vergleich zu anderen (internationalen) Schulen im Großraum New York aus?

 Die ganze Atmosphäre hier ist sehr herzlich. Man pflegt den Umgang sehr miteinander, eine offene, vertrauensvolle Kommunikation ist uns wichtig. Zudem sind die Leute an der Schule sehr weltoffen und tolerant – das gilt sowohl für die Lehrer und Eltern als auch für die Schüler. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass sich alle sehr stark mit der Schule identifizieren. Gefördert wird das einerseits dadurch, dass die Schule sehr familiär ist und andererseits dadurch, dass Schüler aller Klassenstufen – vom Kindergarten bis zum Abitur – unter einem Dach unterrichtet werden. Ein großes Plus insbesondere zu den öffentlichen Schulen ist natürlich die Zweisprachigkeit, die täglich unterrichtet wird, und dass die zwei Kulturen – die amerikanische und die europäische – hier nicht nur vermittelt, sondern tatsächlich gelebt werden. Für die Familien, die nach einigen Jahren wieder zurück in die alte Heimat ziehen, erleichtert das natürlich auch den Anschluss bei der Rückkehr, vor allem wenn die Kinder dann dort wieder in die Schule kommen.

Wie versucht ihr auch außerhalb des Unterrichts, die beiden Kulturen in den Alltag der Kinder zu integrieren?

Ganz wichtig dabei sind neben den außerschulischen Aktivitäten wie der Schweizer AG auch unsere Schulfeste. Dabei versuchen wir stets, eine Balance zwischen den amerikanischen und den europäischen Festen zu finden. Thanksgiving darf da natürlich nicht fehlen. Ostern und Weihnachten versuchen wir dafür sehr europäisch zu halten: An Ostern habe ich beispielsweise Osterkörbchen mit meiner Klasse gebastelt und die Eltern haben Ostereier versteckt, die die Kinder dann suchen mussten. Im Winter veranstaltet die GISNY außerdem einen Weihnachtsbasar, der an einen typisch europäischen Weihnachtsmarkt erinnert, mit Glühwein und Waffeln. Ein Highlight ist dabei die Schweizer Raclette-Stube, die aussieht wie eine Schweizer Hütte und in der man bei Schweizer Musik Käse-Raclette und Schweizer Wein genießen kann.

Wie erleichtert die Schule das Einleben der neuen Schüler und Eltern, die frisch aus der Schweiz und anderen Ländern in die USA kommen?

Was die Kinder betrifft, hilft es enorm, dass die Klassen sehr klein sind und die Schule insgesamt sehr überschaubar und familiär ist. Zudem bekommen die Kinder sogenannte Buddys an die Hand, die ihnen zur Seite stehen. Was die Eltern betrifft, kümmern sich die anderen Eltern sehr stark um die Integration der Neuankömmlinge: Es werden Ausflüge geplant, es gibt Listen, in denen man wichtige Adressen und Anlaufstellen findet, und es werden regelmäßig Frühstücks und andere Veranstaltungen organisiert, so dass die Neuen sehr schnell andere Eltern kennenlernen und einen neuen Freundeskreis aufbauen können.

Welches Einzugsgebiet hat die Schule und was zeichnet White Plains und die Umgebung aus?

Die meisten Schüler wohnen tatsächlich in White Plains oder in der Nähe. Es gibt aber genauso Familien, die etwas weiter weg wohnen, etwa in Connecticut, New Jersey oder New York City. Für Kinder aus Manhattan besteht die Möglichkeit, mit einem Privatbus zur Schule und nach Hause zu fahren. Grundsätzlich wohnen die meisten Familien aber eben doch in White Plains oder den umliegenden Ortschaften. Denn im Gegensatz zu New York City haben die Kinder hier einfach viel mehr Grün. Sie können viel besser draußen spielen, haben oft sogar einen eigenen Garten. Auch zum Strand ist es nicht weit. Und die Ortschaften hier sind einfach sehr idyllisch, nicht so laut und hektisch wie eine Großstadt. Ich selbst habe einige Jahre in New York City gelebt und bin sehr froh, dass ich mit der Familie nach Harrison, eine an White Plains angrenzende Ortschaft, gezogen bin.

Du kennst die GISNY nicht nur als Lehrerin, sondern auch als Mutter: Deine beiden Kinder sind dort zur Schule gegangen, deine Tochter sogar vom Kindergarten an bis zum Abitur. Was gefällt dir an der GISNY besonders gut?

Neben der positiven Atmosphäre, die ich ja schon erwähnt habe, war mir vor allem wichtig, dass die Kinder fließend Deutsch und Englisch lernen und gleichermaßen mit der amerikanischen wie der deutschen beziehungsweise schweizerischen Kultur aufwachsen. Zwar spreche ich zu Hause konsequent Deutsch mit den Kindern, aber da natürlich die Umgebung weitgehend von der amerikanischen Kultur geprägt ist, läuft das Deutsche schnell Gefahr unterzugehen. Die Schule hat dieses Problem aber vollständig aufgefangen. Meine Kinder sprechen beide Sprachen komplett fehlerfrei und fühlen sich in beiden Kulturen Zuhause. Meine Tochter studiert inzwischen in München an einer privaten Hochschule, in der – wie auch an der GISNY – bilingual gelehrt wird.

Liebe Rosita, vielen Dank für das Gespräch!

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