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Ute Zimmermann | Website-Designerin und Besitzerin des Gowanus Souvenir Shop

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Ute Zimmermann ist Web-Designerin und Besitzerin des Gowanus Souvenir Shop. Was ihren Laden so besonders macht und welche Geheimtipps das Brooklyner Szene-Viertel Gowanus bereit hält, erzählt sie im Interview.

Name: Ute Zimmermann

In New York seit: 2004

Anzahl der Kinder? Wann sind die geboren? Ein Junge, der 2012 auf die Welt gekommen ist

Ich wohne in (Stadtteil): Gowanus

Beruf(ung): Ich bin Website-Designerin und Besitzerin des Gowanus Souvenir Shop

Websiten: utezimmermann.com und gowanussouvenir.com

Was hat dich nach New York gebracht?

Ich habe nach meinem Studium bei der American Academy in Berlin gearbeitet. Als eine Stelle in deren New Yorker Büro frei wurde, habe ich alles daran gesetzt, um dorthin versetzt zu werden.

Inzwischen hast du dich als Webdesignerin selbstständig gemacht. Was waren die größten Herausforderungen zu Beginn der Selbstständigkeit in New York?

„New York“-spezifische Hürden gab es eigentlich keine. Im Gegenteil. Ich bin mir sicher, dass es viel einfacher ist, sich in New York und den USA selbständig zu machen. Es gibt fast keine bürokratischen Hürden und jeder unterstützt einen. Es waren eher die typischen Herausforderungen, mit denen die meisten Selbstständigen zu kämpfen haben. Etwa kreative und technische Probleme oder die Sorge, ausreichend neue Kunden zu gewinnen. Gerade zu Beginn der Selbstständigkeit ist es unabdingbar, optimistisch und zuversichtlich zu bleiben, dass alles schon klappen wird und man den richtigen Weg eingeschlagen hat.

Im vergangenen Jahr hast du außerdem einen eigenen Laden mit deinem Lebensgefährten eröffnet, den Gowanus Souvenir Shop. Wie kam es dazu?

Wir leben seit fünf Jahren in Gowanus, einer ganz besonderen Gegend in New York. Als die Kunstorganisation Proteus Gowanus im vergangenen Jahr schloss, hatten wir erstmals die Idee, einen Souvenirladen zu eröffnen. Das war im Juni. Am 15. Oktober ging es dann los. Ursprünglich war der Laden als drei-monatiges Versuchsprojekt gedacht. Es lief aber so gut, dass wir uns dazu entschieden, weiterzumachen. Wir haben noch mehr Investoren an Bord geholt und sind in eine zentralere Lage umgezogen.

Der Shop ist eine Hommage an das Brooklyner Viertel Gowanus, in dem du lebst. Was liebst du an Gowanus besonders? Worin unterscheidet es sich von anderen Vierteln?

Bei New Yorkern ist Gowanus berühmt-berüchtigt für seinen verschmutzten Kanal. Gleichzeitig ist die Gegend paradoxerweise zum neuen Szene-Viertel avanciert. Der Grund: Gowanus ist eines der letzten klassischen New Yorker Viertel, in denen Kreative, Alteingesessene, kleine Geschäfte und „small manufacturing“ harmonisch (wenn auch nicht umweltfreundlich) koexistieren. Bis vor kurzem gab es viel Platz für wenig Geld in den vielen großen Fabrikgebäuden der Gegend. Leider beginnen die Immobilien-Entwickler jetzt, die Gegend zu ruinieren, indem sie alles aufkaufen und riesige Luxusapartments bauen – also genau das, was in den letzten zehn Jahren in Williamsburg passiert ist.

Hast du einen Geheimtipp für Gowanus?

Du meinst neben meinem Shop? Ich laufe am liebsten durch die kleinen abgelegen Straßen, schaue mir die Werkstätten an und quatsche mit den Leuten, die hier schon seit Jahrzehnten arbeiten und wohnen. Meinen Sohn Felix dabei zu haben, hilft da immer sehr. Er ist mein „icebreaker.“ Wir haben auch ein wunderbares kleines öffentliches Schwimmbad bei uns. Den Double D Pool. Es ist während der Sommerferien geöffnet und wenn man sich an die wenigen Regeln gewöhnt hat, der perfekte Ort, um sich abzukühlen.

Dein Laden ist kein typischer Souvenir-Shop. Du veranstaltest auch regelmäßig Events. Neben Ausstellungen, Konzerten und Stadtführungen bietest du bald auch spezielle Eltern-Kind-Workshops an. Worum genau geht es dabei?

Mit den Eltern-Kind-Workshops starten wir im Herbst, sie werden von der Gründerin von Proteus Gowanus kuratiert. Das Prinzip stammt von dem legendären Kunsterzieher Victor D’Amico, der in den 60igern am MoMA tätig war. Wenn Eltern mit ihren Kindern künstlerisch zusammenarbeiten – und zwar gleichberechtigt, also nicht den Kindern helfend – und gemeinsam kreativ sind, passiert etwas ganz Besonderes: Man lernt ganz viel über und von einander und hat eine neue prägende Verbindung geschaffen, eine gemeinsame Erfahrung, die man auch wiederholen kann. Und Gowanus ist der ideale Ort für kreative Projekte.

Du bist in Deutschland geboren, dein Sohn ist aber hier zur Welt gekommen, auch sein Vater ist Amerikaner. Ist es für dich wichtig, dass dein Sohn deine Sprache und Kultur kennenlernt? Was tust du für seine Sprachentwicklung?

Es war ganz komisch: Ich war schon zehn Jahre in New York als ich schwanger wurde. Ich hatte kaum Kontakt zu Deutschen in New York, habe es richtig vermieden. Und auf einmal war Felix da und ich wollte und konnte nur deutsch mit ihm sprechen. Erst da wurde mir bewusst, wie sehr Deutsch noch meine Muttersprache ist, meine Familiensprache. Dass Felix selbst Deutsch spricht, obwohl er zu Hause außer von mir nur Englisch hört, ist nur möglich, weil er auf eine deutsche Preschool gegangen ist. Dadurch hat er Freunde, mit denen er deutsch spricht. Wir verbringen auch jeden Sommer so viel Zeit wie möglich in Deutschland. Wir sind jetzt gerade dort und sein Wortschatz ist richtig explodiert.

Gibt es Unterschiede, was den Erziehungsstil amerikanischer und deutscher Eltern betrifft?

Oh ja! Zumindest zwischen New Yorkern und Deutschen. Deswegen habe ich jetzt auch sehr viel mehr Elternfreunde, die deutsch sind. New Yorker Eltern sind meiner Meinung nach im allgemeinen „overprotective“, zu ambitioniert, zu wetteifernd. Die sind wirklich besorgt, dass ihre zweijährigen Kinder in der richtigen Preschool angenommen werden, damit sie später bessere Chancen auf einen Studienplatz in Harvard haben. Es werden auch Nannys nach ihrem Potenzial, sozialaufzusteigen, ausgesucht. No joke.

Was können sich deutsche Eltern von Amerikanern abgucken?

Ich glaube, deutsche Eltern könnten ein bisschen weniger schüchtern sein. Zum Beispiel auf dem Spielplatz. Mir ist jetzt erst wieder in Berlin aufgefallen, wie schwer es ist, mit anderen Eltern oder deren Kindern ins Gespräch zu kommen. Ich glaube, ich bin hier oft die Crazy Lady, die alle Leute anquatscht. Und Felix macht das natürlich auch.

Und umgekehrt?

Relax! Die könnten ein bisschen entspannter sein, wenn es darum geht, ihre Kinder zu beschützen. Und sie könnten ihren Kindern die paar wenigen Jahre gönnen, bevor es mit der Schule richtig losgeht, und sie einfach den ganzen Tag spielen lassen. Lesen und schreiben werden sie schon noch lernen.

Welchen Tipp hast du für jemanden, der plant, mit seinen Kindern nach New York zu ziehen beziehungsweise hier eine Familie zu gründen?

CityKinder.com Da findest du alles.

Gibt es etwa, das du an deiner Heimat besonders vermisst?

Buttermilch, Eszet-Schoko-Schnitten und dass es hier so schön ruhig ist.

Kennst du dieses New-York-Gefühl, von dem viele Zugezogene schwärmen und spürst du es selbst noch manchmal?

Auf jeden Fall. Es ist eine ganz besondere Energie in den Straßen. Eine „Let’s do this!“-Energie. Und ja, ich spüre sie noch, wenn ich es einmal im Jahr nach Manhattan schaffe.

 

 

 

 

 

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